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Bau und Wiederaufbau des barocken Bauwerks / Fertigstellung für 2004 geplant 

 

Dresden (cm) Zweihundert Jahre stand die glockenförmige Kuppel der Frauenkirche - monumental und graziös zugleich - über den Dächern der Altstadt Dresdens. Sie krönte eines der schönsten städtebaulichen Ensembles der Welt, das berühmte Panorama an der Elbe. In den Jahren 1726 bis 1743 nach den Plänen des wagemutigen Ratsbaumeisters und Architekten George Bähr gebaut, gilt die Frauenkirche als bedeutendster Kirchenbau der evangelisch-lutherischen Christen in Deutschland. Für diese war sie Zuflucht und Versammlungsort, gebaut schien sie für alle Ewigkeit. Als Sinnbild der Schönheit und des Wohlklangs kündete sie von Gemeinschaft, Glaube, Kraft und Dauer. So war sie eine der großen künstlerischen Leistungen des Barocks und gehörte zu den genialen Meisterwerken der europäischen Baukunst.

Zwei Tage nach den Angriffen auf Dresden im Februar 1945 stürzte die stolze Kuppel ausgebrannt in sich zusammen, so wie fast alles in der Stadt. Mehr als 45 Jahre standen die Ruine und der Trümmerberg vor aller Augen - ein ergreifendes Denkmal der Zerstörung Dresdens. Der Platz, der seit vielen hundert Jahren der Andacht und dem Gedenken der Toten gewidmet war, behielt seine Anziehungskraft. Die Dresdner trugen die einzigartige Schönheit ihrer barocken Frauenkirche in ihren Herzen. Bereits nach Kriegsende planten sie den Wiederaufbau, den jedoch in den Jahren der DDR wirtschaftliche und politische Gründe verhinderten.

Die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden eV. 

Die Tage des Herbstes 1989 gaben neue Impulse. Engagierte Dresdner ergriffen die Initiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche - ein kühnes Vorhaben. Mit dem ,,Ruf aus Dresden", der eindringlichen Bitte um Hilfe für diese große kulturelle Aufgabe, wandten sie sich am 13. Februar 1990, dem 45. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, an die Weltöffentlichkeit. Dieser Aufruf wurde zur Initialzündung der erfolgreichsten Bürgerinitiative der Gegenwart in Deutschland. Die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Deutsche Nationalstiftung hat diese Initiative 1997 mit der erstmaligen Verleihung ihres Nationalpreises an den Vorstand der Gesellschaft geehrt.

Der Gedanke, nach 45 Jahren des Wartens dieses großartige Bauwerk aus seinen Trümmern wiedererstehen zu lassen, der Kunststadt Dresden ihr Wahrzeichen und der Weltkultur eines ihrer großen Denkmale zurückzugeben, hatte in kurzer Zeit immer mehr Menschen in Dresden und weit über Dresden hinaus begeistert. Aus der Dresdner Gruppe war rasch eine weltweite Bewegung geworden. Der von der Bürgerinitiative unter Leitung des Dresdner Musikers Prof. Ludwig Güttler gegründete Förderkreis begann Anfang des Jahres 1990 mit 14 Mitgliedern. Die 1991 daraus hervorgegangene Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. hat inzwischen annähernd 5000 Mitglieder in ganz Deutschland und in über 20 Ländern. Es bildeten sich mehrere Förderkreise in Deutschland - zur Zeit sind es zehn - und im Ausland, die den Wiederaufbau der Frauenkirche aktiv unterstützen. Dazu gehören der "Dresden Trust" in Großbritannien mit dem 1999 verstorbenen Lord Menuhin und dem Bischof von Coventry unter den Kuratoren, die ,,Friends of Dresden, Inc." in den USA, unter deren Ehrenvorsitzenden Persönlichkeiten wie David Rockefeller und Henry A. Kissinger sind, sowie die ,,Association Reconstruction de la Frauenkirche a Dresde" in Paris. Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. unterstützen alle diese Förderkreise unser großes Projekt auf vielfältige Weise - ideell und finanziell.

Mit Ausstellungen und Vorträgen, mit zahlreichen Benefizkonzerten in ganz Deutschland, der Herausgabe von Publikationen und mit vielen anderen Aktivitäten fördert unsere Gesellschaft den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Vor allem aber wirbt sie um Spenden, von zahllosen kleinen Beiträgen bis zu großzügigen Millionensummen, und leitet sie an den Bauherren, die vom Freistaat Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Sachsens gemeinsam gegründete "Stiftung Frauenkirche Dresden" weiter.

Ein Symbol für Friedenswille und Versöhnung 

Niemals zuvor ist es in Deutschland gelungen, für eine kulturelle Aufgabe eine so große Spendenbereitschaft zu wecken. Es ist nicht nur das Kunstwerk, dem die Zuwendung gilt, sondern ebenso der Wunsch nach Erhalt einer Stätte des Friedens, der Erinnerung und der Besinnung. Weltweit wird der Wiederaufbau dieser unvergleichlichen Kirche aus der Zerstörung des Krieges als ein begeisterndes Zeichen für die Versöhnung der Völker empfunden.

In der Zeit des aufkeimenden Protestes war die Ruine der Frauenkirche ein Ort des lautlosen Verstehens. Aus der Ruine als Mahnmal gegen den Krieg entsteht jetzt die Frauenkirche wieder in alter Schönheit. So ist sie Symbol für die Heilung der durch den Krieg geschlagenen Wunden und ein weithin sichtbares Denkmal des Willen zum Frieden.

Der Wiederaufbau als archäologische Rekonstruktion 

Die Frauenkirche wird in ihrer originalen historischen Gestalt wiederaufgebaut. Eine erhalten gebliebene, vollständige und detaillierte Dokumentation macht dies möglich. Die stehengebliebenen Ruinenteile werden in den Wiederaufbau einbezogen. Darüber lassen sich viele der originalen Steine wiederverwenden. Sie wurden im Zuge der sorgfältigen Enttrümmerung geborgen, identifiziert und gelagert. Dieses mittels modernster Computertechnik möglich gewordene Verfahren war ohne Vorbild.

Im Sinne der vollständigen archäologischen Rekonstruktion wird auch die barocke Innenausstattung mit ihren geschwungenen Emporen, den Malereien in der Kuppel und der berühmten Orgel Gottfried Silbermanns, auf der Johann Sebastian Bach in den Jahren 1736 bis 1739 mehrfach spielte, wiederhergestellt. Der in Fragmenten erhaltene große Altar in der Apsis wird bereits restauriert.

Gotteshaus und kulturelle Stätte

 Die wiederaufgebaute Frauenkirche wird Raum für Gottesdienste, Andachten und Konzerte geben. Dem eintretenden Gast wird sie eine Insel der Besinnung inmitten einer lebendigen Großstadt und eine ökumenische Begegnungsstätte sein. Schon heute zeigen die allwöchentlichen Gottesdienste, Andachten und Konzerte in der Unterkirche sowie die alljährlichen weihnachtlichen Vespern vor der Baustelle mit Tausenden von Teilnehmern die starke Ausstrahlungskraft des Bauwerks. Später wird der Innenraum in seiner überwältigenden Schönheit über die Gottesdienste hinaus wieder den festlichen Rahmen für vielfältige kirchenmusikalische und kulturelle Veranstaltungen bilden.

Der Wiederaufbau ist in vollem Gange 

Nach sorgfältigen Berechnungen werden sich die Baukosten auf insgesamt 250 Millionen Mark belaufen. Im Mai 1994 war die archäologische Enttrümmerung mit der Erfassung der Steine abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wurden nach archäologischen Grabungen außerhalb der Fundamente unterirdische Funktionsräume für die notwendigen technischen Einrichtungen geschaffen.

1996 wurden die Gewölbe über der Unterkirche geschlossen. Für alle am Wiederaufbau Beteiligten bedeutete diese feierliche Weihe dieses in seiner monumentalen eindrucksvollen Raumes ein bewegendes Erlebnis. Die 1996 begonnenen Bauabschnitte, die bis zum Jahre 2002 abgeschlossen sein werden, umfassen den gesamten Unterbau bis zum Hauptgesims einschließlich der inneren Kuppel. Zum 800-jährigen Jubiläum Dresdens im Jahre 2006 wird dann auch die mächtige Steinkuppel, die steinerne Glocke, wieder aufgerichtet und zusammen mit dem Innenraum einschließlich der Orgel vollendet sein.

Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche sammelt Spenden 

Förderer aus Dresden und aller Welt haben ihre großzügige Spendenbereitschaft den Aufbau bis heute finanziert. Damit dies auch in Zukunft gelingt, bedarf es weiterhin einer nicht nachlassenden Spendenbereitschaft. Dazu wurden viele Aktionen ins Leben gerufen. Eine Art, einen finanziellen Beitrag zur Wiedererrichtung des Bauwerks zu leisten, ist der Stifterbrief, mit dem man symbolisch Steine der neuen Frauenkirche adoptiert.

 

Spendenkonten (Auswahl) und Infoadressen: Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen e.G., Dresden, Kto. : 3 000 060 00, BLZ 850 951 64

Dresdner Bank AG Dresden, Kto. : 04 119 009 00, BLZ 850 800 00

Weitere Infos zur Frauenkirche:

Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V., Marienstr. 20, 01067 Dresden,

PF 120 510, 01006 Dresden

Tel: 0351- 49 81 90, Fax. : 0351 - 49 81 949

 

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